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10.620/25/30/35/40 Region Yverdon / Grandson / Provence / Gorgier

Letztes Update: 1. November 2023, 20:44

Am Nordwestufer der Lac de Neuchâtel betreibt Postauto mehrere Linien, heute ausschliesslich im Regiebetrieb. Kern des Netzes sind die beiden jeweils stündlichen Buslinien von Yverdon nach Gorgier-St-Aubin und Provence, welche zusammen einen Halbstundentakt ergeben und so einen Ersatz für die im Hinblick auf die Bahn 2000 eingestellten Regionalzüge auf diesem Abschnitt ergeben. Jeweils zur halben Stunde beginnt und endet die Linie 630 am Bushof des Regionalzentrums, üblicherweise längst durch Niederflurbusse bedient, an jenem Tag im Jahr 2021 aber aufgrund eines Defektes kurzfristig durch einen der letzten Hochflurbusse der Yverdoner Regie ersetzt.

Die Linien 630 und 635 führen parallel zur SBB-Bahnlinie stadtauswärts – als erste Ortschaft ausserhalb der Stadtgrenze wird Les Tuileries-de-Grandson bedient, zur Gemeinde Grandson gehörend und ohne eigene Bahnhaltestelle (obschon die Bahnlinie direkt durch das Dorf führt). Der Bus ist, wiederum auf der Linie 630, unterwegs stadteinwärts nach Yverdon.

An der place du château neben dem bekannten Schloss Grandson (welches durch die SBB-Züge mit einem Mini-Tunnel unterfahren wird) ist ein kleiner Knotenpunkt angesiedelt, wo auch Anschlüsse an weitere Buslinien bestehen – im Bild wartet der Bus der Linie 620, welche weiter unten dokumentiert wird, auf den Anschluss aus Provence.

Wir folgen zuerst weiter den Linien 630 und 635 – als nächste Dörfer werden Champagne und Bonvillars bedient. Während Champagne – ein weiteres Dorf ohne Bahnanschluss – parallel bedient wird, teilt sich die Linie auf: Die Linie 630 führt unterhalb des engen Dorfkerns hindurch (und kann dafür auch mit Gelenkbussen bedient werden), während die Linie 635 nach Provence vorbei am Château de la Cour und durch den engen Dorfkern führt. Die Aufnahme entstand beim Schloss, die Dächer weiter im Hintergrund gehören zum Dorf Champagne.

Weiter geht die Fahrt nach Onnens, nun wieder an der Kantonsstrasse gelegen. Im Bild ist ein dreitüriger Citaro Hybrid unterwegs Richtung Gorgier-St-Aubin; solche «Stadtbusse» kommen auf der Linie 630 regelmässig zum Einsatz und werden teilweise auch vom Standort Gorgier (mit NE-Nummernschilder) gestellt. Die Bahnlinie führt in diesem Abschnitt mehr oder weniger dem Seeufer entlang, der einstige Bahnhof Onnens-Bonvillars wurde im Zuge von Begradigung und Doppelspurausbau aufgehoben (während die übrigen Bahnhöfe an der Linie damals erhalten blieben und heute noch in der Hauptverkehrszeit bedient werden).

Das aufwändigste Bauwerk wurde dabei in Concise geschaffen, wo eine neue Haltestelle in einem tiefen Einschnitt notwendig wurde. Nachfrage gibt es wenig, ermöglichen die Busse doch einen Halbstundentakt ins Zentrum von Yverdon während dem ganzen Tag. Im Dorfkern verzweigen sich die Linien 630 und 635 – der Bus der Linie 635 im Bild ist von links eingebogen und wird nun weiter Richtung Neuchâtel fahren.

Die Linie 630 fährt weiter dem See entlang und bedient auf einer Nebenstrasse den Bahnhof von Vaumarcus – einer weiteren der vielen Schloss-Gemeinden am Neuenburger See. Im Winter wird die vom Bus benutzte Nebenstrasse allerdings nicht geräumt, dann nutzen die Busse eine Ersatzhaltestelle an der tiefer gelegenen Kantonsstrasse, welche die Busse von hier nach Gorgier-St-Aubin dann auch wieder benutzen.

Endstation der Linie 630 ist am Bahnhof Gorgier-St-Aubin, wo heute die Regionalzüge aus Neuchâtel stündlich enden. Die eigentlichen Dörfer Gorgier-Chez-les-Bart und St-Aubin-Sauges werden von anderen Buslinien direkt angeschlossen, zu denen wir später noch kommen werden.

Zuerst folgen wir jedoch der Linie 635; im Dorfzentrum von Concise beginnt die Steigung hinauf zu den Jura-Terrassen, rund 300 Höhenmeter überwinden die Busse auf ihrer Bergfahrt. Bei dieser Aufnahme hat der Bus erst einen kleinen Teil davon überwunden, er wird nun mit mehreren Kehren das Dorf Mutrux erreichen…

…von wo aus noch ein kleines Tobel zu queren ist bis zur Endhaltestelle im Dorf Provence. Dort wenden die Busse mittels Schlaufenfahrt, da im Dorfkern kein Platz zum Wenden besteht. Aufgrund der (naheliegender Weise) auf Yverdon ausgerichteten Anschlusslage warten die Busse bei der Kirche trotzdem einige Minuten Wendezeit ab.

Provence wird daneben auch von der Linie 640 ab Gorgier-St-Aubin bedient, welche früher durch einen Akkordanten bedient wurde. Heute ist ein verkürzter Volvo 8900 auf der Linie im Einsatz, welcher in Gorgier stationiert ist. Provence wird von der Linie tatsächlich nur vereinzelt erreicht, es ist denn auch das einzige Waadtländer Dorf an der Linie 640, welche ansonsten vor allem auf den Schülerverkehr in den Neuenburger Schulstandort St-Aubin ausgerichtet ist. Nach einer Schülerrunde bis Montalchez gelangt am Mittag der zweite Kurs hinauf bis nach Provence, wo er im Dorf wartet, bis wieder Zeit für die nachmittägliche Schülerfahrt talwärts ist. Auf den weiten Weiden zwischen Montalchez und Provence ist der Bus unterwegs bergwärts, der Blick reicht bis Neuchâtel.

Zwischen Montalchez und Gorgier-St-Aubin nutzt die Linie 640 meist nicht den direkten Weg, sondern fährt über schmale Strassen (oder auch geteerte Feldwege…) die verschiedenen Weiler an, um Schüler zu sammeln. Im Bild rollt der Volvo durch Fresens, um danach über Vernéaz, Vaumarcus und Sauges nach St-Aubin zu gelangen.

Eine weitere Nebenlinie führt ab Yverdon über Grandson ins Arnon-Tal hinein. Die Linie 620 wurde erst vor wenigen Jahren in ihrer heutigen Form geschaffen, bis in die 2010er-Jahre existierte sie als unvertaktete, praktisch reine Schulbuslinie. Heute führen die Busse von Yverdon nach Grandson über das Dorf Giez, was ihnen eine etwa 15 Minuten längere Fahrzeit als die Direktbusse beschert. Auf die Schulzeiten ausgerichtet fahren je vier Kurse morgens, mittags und abends – im Bild der letzte morgendliche Rückfahr-Kurs nach Yverdon. Der Bus hat soeben Giez verlassen und rollt nun talwärts Richtung Yverdon.

Zwischen Giez und Grandson befahren die Busse auch das sehr enge Dorfzentrum von Grandson, um danach am (vorher schon dokumentierten) Place du Château den Anschluss von Yverdon abzunehmen. Ungefähr zeitgleich fährt dann auch die Buslinie 625 Yverdon–Mauborget, welche zwischen Yverdon und Grandson allerdings den direkten Weg nimmt und somit praktisch zeitgleich zur Linie 635 zu liegen kommt.

Die Linien 620 und 625 führen dann parallel hangaufwärts über Fiez (hier im Bild) bis Fontaines-sur-Grandson, wobei die Mauborget-Linie vereinzelt auch über die Schule von Champagne führt. Die bedienten Dörfer sind oft sehr ländlich anzuschauen, wenngleich sich ausserhalb der historischen Kerne auch hier der Einfamilienhaus-Saum der Agglomeration ausbreitet…

Ab Fontaines führt die Linie 625 dann steil den Jura-Südfuss hinauf und bedient die sonnigen Dörfer Villars-Bourquin (hier im Bild)…

…und Fontanezier, wobei für letzteres eine Stichfahrt notwendig ist, die üblicherweise nur in Lastrichtung absolviert wird. Zusätzlich zum Transport von Mittel- und Oberstufenkindern im Bus werden hier auch Schüler mit einem separaten Schulbus befördert.

Ziel der Linie ist schliesslich Mauborget, ein kleines Dorf auf 1170 Metern über Meer (und somit das höchstgelegene Dorf im Waadtländer Jura). Nur etwa 140 Einwohner leben hier – nebst Schülern sind bei schönem Wetter Gleitschirmflieger und Wanderer gute Kunden auf der Linie, welche werktags etwa 10 Mal und am Wochenende zweistündlich fährt.

Nur am Wochenende führt die Linie ab Mauborget weiter über sanfte Jura-Höhen hinunter nach Couvet im Val-de-Travers. Seit der Einführung des Wochenend-Zweistundentaktes Ende 2015 werden nicht mehr die Kurse aus Yverdon – wie hier im Bild aus 2013 – verlängert, sondern Kurse der Regie Le Locle der Linie La Brévine–Couvet bis Mauborget weitergeführt.

Die Linie 620 führt ab Fontaines ebenfalls bergwärts, allerdings nur bis ins kleine Dörfchen Grandevent, mit etwa 240 Einwohnern. Da das Dorf nur über eine Stichstrasse erreichbar ist, geht die Fahrt wieder über den gleichen Weg zurück ins Tal…

…und von dort weiter dem Flüsschen Arnon entlang über Kleinst-Dörfer wie Vugelles und Novalles mit je wenig über 100 Einwohnern in Richtung Vuiteboeuf. Die Strasse durch das Tal ist weder besonders breit noch besonders frisch, für die eingesetzten LE-Fahrzeuge aber gut befahrbar. Der Bus ist im Bild unterwegs talauswärts von Vugelles hinauf nach Novalles.

Ziel der Linie ist das Dorf Vuiteboeuf, wo der Arnon durch die Gorges de Cavatannaz aus dem Jurassischen Ste-Croix hinunter fliesst. Auch in diesem Dorf scheint die Zeit stehen geblieben zu sein…

…was für den Bahnhof an der Bahnlinie Yverdon–Ste-Croix, an dem die Buslinie endet, definitiv nicht gilt. Die Züge kreuzen hier auf einer modernen Anlage, die Fahrplanlage ermöglicht es, Bus-Anschlüsse in beide Richtungen anzubieten (was für den Fahrgast aus dem hinteren Linienteil eine deutlich kürzere Fahrt nach Yverdon ermöglicht als die fast einstündige Kreuzfahrt über Grandson).