Letztes Update: 27. März 2025, 11:51
Während die beiden grössten Städte zwischen Lausanne und Genf, Morges und Nyon, je ihren eigenen regionalen Verkehrsbetrieb kennen, erstreckt sich dazwischen ein weitläufiges PostAuto-Netz. Einer der Knotnpunkte ist Begnins, wo sich die früheren SAPJV- bzw. seit Dezember 2013 Regielinien Nyon–Burtigny und Gland–St-George kreuzen – und zwar so, dass regelmässig drei Busse den schönen Dorfplatz bevölkern. Die Aufnahme stammt 31.8.2011 – damals war die SAPJV noch PU, und die Linienverknüpfung umgekehrt: Ab Nyon wurde bis Ende 2024 nach St-George gefahren, ab Gland nach Burtigny und weiter nach Bassins.
Die Strecke Gland - Begnins wurde von 1906 bis 1954 von einer elektrischen Überlandstrassenbahn bedient, seit nunmehr 60 Jahren bedienen Autobusse die kurze Strecke im Stunden-, in Spitzenzeiten sogar im Halbstundentakt. Streitigkeiten mit der Firma SAPJV, dem einst grössten PU der Schweiz, führten dazu, dass die Linie nun von der Regie bedient wird, welche am Standort Gland zusammen mit der TPN ein Depot bedient; dort wird auch der Citaro seine halbstündige Pause verbringen, welcher im Bild vom 18.12.2013 gerade den Bahnhof Gland erreicht.
Eine längere Anfahrt nach Begnins haben die PostAutos ab Nyon; am dortigen Bahnhof, im Vergleich zu Gland auch IR-Halt, starten die Busse abseits des Hauptgebäudes an einer speziellen Postautokante, während die TPN-Busse direkt bei der Hauptunterführung angesiedelt sind.
Ihre Fahrt führt durch eine weite Ebene unter anderem vorbei an Coinsins…
...bevor sie in Vich auf die Linie aus Gland stossen. Das kleine Dörfchen ist auch Sitz einer regionalen Schule und wird deshalb von diversen Schülerkursen bedient. Im Bild fährt ein Citaro LE gerade die entsprechende Haltestelle im baulich gut erhaltenen, aber mit einem grossen Verkehrskreisel verunstalteten Dorfkern an.
Nach Vich beginnt die erste Steigung den Jurafuss hoch nach Begnins. Landschaftlich wunderschön führt die Schlaufe durch den Rebberg, und zum ersten Mal auf der Fahrt nach St-George wird hier der Genfersee sichtbar. Im Bild ist ein Volvo 8700 in Hochflurausführung unterwegs von Gland hinauf nach Begnins und weiter zum damaligen Lienendpunkt in Bassins – die letzten Hochflurbusse verschwanden erst Ende 2013 von den Linien, aus dem Schülerverkehr sogar noch etwas später.
Nach Begnins verzweigen sich die beiden Linien gleich wieder. Nach Burtigny führt heute die Linie 820 ab Nyon im Stundentakt (der ab Nyon zeitweise geltende Halbstundentakt endet meist in Begnins) – die Busse wenden ausserhalb des Dorfes an der Haltestelle Les Oches. Im Bild ein Bus der Linie 830, welche das Dorf bis Ende 2024 ab Gland bediente, auf der Rückfahrt im Dorfzentrum.
Auf der anderen Seite des Flüsschens Serine führte damals die Linie 820, heute die Linie 830, bergwärts. Mehr als 200 Höhenmeter oberhalb von Begnins folgt das erste Dorf Bassins…
…welches auch über einen weit ausserhalb gelegenen Bahnhof an der Schmalspurbahn Nyon–St-Cergues–la Cure besitzt. Dieser wurde während einigen Jahren durch einen Shuttlebus angebunden, welcher allerdings nie durch die lokale SAPJV, sondern durch PU ARCC ab dessen Aussengarage in Gimel angebunden wurde. Die Linie wurde 2016 aufgehoben, da sie nur schwach genutzt wurde.
Oberhalb des Dorfes, bei der Haltestelle Piscine, endete bis Ende 2024 auch die Linie 830 ab Gland, welche ab Burtigny über Le Vaud bis hierhin führte. Diese «Doppelerschliessung» wurde seither aufgegeben, und so ist am ausgedehnten Parkplatz nur noch die «neue» Linie 830 unterwegs…
…welche heute teilweise mit Gelenkbussen bedient wird. Die Fahrzeuge gelangten ab 2013 schrittweise auf der Linie 820 zum Einsatz und kommen heute auf den Linien 820/830 gemischt mit Standardbussen zum Einsatz, sie werden gezielt auf Kurse mit starken Schülerfrequenzen disponiert. Im Bild hat ein MAN Lion’s City 18C gerade den Dorfkern von Le Vaud durchquert und erreicht nun die Haltestelle place du Battoir.
In Marchissy folgt eine kleine Doppelkehre, die notwendig ist, um die Geländestufe aus dem Tälchen der Serine hinauf zu überwinden. Vor der Kulisse der kleinen Kirche des Dorfes ist der Citaro LE unterwegs talwärts in Richtung Nyon – von Gelenkbussen war damals noch keine Rede in der Region.
Auch nach Marchissy ist weiterhin «aufwärts» angesagt, und so kämpft sich ein Citaro Classic die Steigung hinauf ins zweitletzte Dorf der Linie, Longirod.
Dort ist das Höhenziel schon fast erreicht – nur noch wenige Höhenmeter sind zum Schluss zu überwinden, bevor die Busse in St-George ihr Ziel erreichen. Für die 1000-Meter-Grenze reicht es knapp nicht – aber die Busse müssen regelmässig mehr als 500 Höhenmeter vom Genfersee bis hierhin bewältigen, im Winter durchaus auch mal mit einem Wechsel der Wetterlage von neblig zu sonnig oder von nass zu eisig verbunden. Einst ein beliebter Ferienort mit Wintersportgebiet, sind davon heute vor allem noch zahlreiche Wochenendhäuschen zu erkennen – die aber heute teilweise auch als (günstige) Erstwohnsitze genutzt werden. Der Dorfkern blieb hingegen von Neubauten weitgehend verschont und präsentiert sich heute schon fast historisch. Bis Ende 2012 führte die Linie 820 von hier übrigens noch weiter über den Col de Marchairuz ins Vallée de Joux – seither ist dieser Abschnit Teil der Linien aus Gimel.