Letztes Update: 20. Februar 2025, 12:55
Die bekannte Ferienregion Saastal im Oberwallis hat ein eigenes Lokal- und Skibusnetz, das über die vergangenen Jahre stark weiterentwickelt wurde. Während dem ganzen Jahr verkehrt eine Regionallinie mit Nummer 513 von der Post Saas-Grund nach Saas-Almagell; in Saas-Grund bieten die Kurse Anschluss an die Linie 511 von Brig und Visp nach Saas-Fee. Bis Ende 2013 wurde die Linie noch vom lokalen PU Anthamatten, Saas-Almagell, betrieben – hier im Bild mit seinem letzten Neufahrzeug, einem Setra 415NF, präsent. Heute ist die Linie in die Regie Brig integriert, welche in Saas-Fee und Saas-Almagell Aussengaragen besitzt und die Linie 513 mit LE- und Niederflurfahrzeugen bedient.
In der Wintersaison werden die Linien 511 und 513 von Skibussen im Viertelstundentakt ergänzt, welche seit Ende 2023 weitgehend elektrisch betrieben werden. Die Linie 643 verbindet Saas-Fee mit Saas-Almagell – zwischen Grund und Almagell überwinden die Busse eine kleine Geländestufe, wobei die Strasse direkt dem Lauf der Saaser Vispa folgt.
Mit Nur rund 380 Einwohnern ist Saas-Almagell genauso wie Saas-Balen wesentlich kleiner als Saas-Grund und Saas-Fee – und was im Gegensatz zu Saas-Balen auch nie wesentlich grösser. Das Dorf ist geprägt von Ferienunterkünften, welche sich im Dorfkern aneinanderreihen und welche seit den 1950er-Jahren die Lücken zwischen den alten Alpsiedlungen aufgefüllt haben – bis zur Erschliessung des Dorfs mit einer befahrbaren Strasse 1948 war die Siedlung auf 1670 Metern über Meer in erster Linie durch Alpwirtschaft geprägt. Im Bild kreuzen sich zwei Kurse der Linie 513 im Dorf…
…welches auch im Winter auf voller Länge befahre wird. Endhaltestelle – und im Winter auch Ende der befahrbaren Strasse – ist bei der Haltestelle Sportplatz zuhinterst im Dorf, wo sowohl die Linie 513 als auch die Skibusse wenden.
Im Sommer geht die Fahrt hingegen weiter bis zum 1967 eröffneten Stausee Mattmark. Auf der Bergstrecke können die Niederflurbusse dann beweisen, dass sie nicht nur für den einfachen Stadtverkehr konstruiert sind: immerhin 550 Höhenmeter überwinden die Stadtbus-Fahrzeuge innert 15 Minuten, bevor sie die Endstation auf der Dammkrone des Mattmark-Stausees erreichen, hier im Hintergrund bereits sichtbar.
Der See gelangte übrigens zu trauriger Berühmtheit, als beim Bau des Staudamms im Jahr 1965 das Barackendorf der Bauarbeiten von der abbrechenden Eiszunge des Allalingletschers verschüttet wurde. Heute ist der Gletscher keine Gefahr mehr, und die karge Steinkrone des Damms passt sich wunderbar in die Schutthalden um die Baumgrenze ein.
Während der Wander- und Skisaison fahren die Kurse der Linie 513 ab der Post Saas-Grund einige hundert Meter weiter talauswärts bis zur Talstation der Hohsaas-Bergbahnen. Die Anlagen wurden 1977 erbaut, nachdem bereits einige Jahre zuvor eine für den Kraftwerksbau erbaute Materialseilbahn auch für den Personentransport genutzt wurde. Die Busse wenden direkt vor der Talstation…
…während die Skibuslinie 642, welche Saas-Fee mit Saas-Grund verbindet, eine Haltestelle an der Hauptstrasse bedient. Die rund 100 Meter Fussweg von dort sind auch gut zu verkraften – und ermöglichen den aktuellen, relativ engen Fahrplan der verknüpften Linien 642 und 643 überhaupt erst. Während in Saas-Fee bisweilen recht mondän gebaut wird, kann man den Baustil in Saas-Grund wohl als «zweckmässig» bezeichnen.
Endstation der Linie 642 ist beim Weiler Bidermatten, einige Kilometer talauswärts von der Post vor der kurzen Talstufe hinunter nach Saas-Balen. Der Reservewagen vom Typ MAN A20, kurzfristig eingesprungen für einen unpässlichen E-Bus, hat soeben bei der Endhaltestelle gewendet und fährt nun wieder talaufwärts Richtung Saas Fee.
Rund 250 Höhenmeter müssen die Busse zwischen Saas-Grund und Saas-Fee überwinden, was mit zwei Kehren geschieht. Die erst 1951 erbaute Strasse ist relativ steil, aber breit und somit relativ unspektakulär, sieht man von der durchaus schönen Aussicht auf das Saastal und die gegenüberliegenden Berge ab. Im Hintergrund ist das Dorf Saas-Grund samt Kirche zu erkennen, der Bus erreicht bei der Haltestelle Wildi soeben die untersten Ausläufer des Dorfes, wobei der Fussweg hinauf in das gleichnamige Quartier im Winter offiziell gesperrt ist.
Während für die Linie 511 aus Brig beim Bus-Terminal Endstation ist, fahren die Linien 642 und 643 ab dort, ergänzt durch die kurze Shuttle-Linie 644, weiter…
…über die markante Betonbrücke hinüber zur Talstation des Alpin Express. Die 1991 erstellte Dreiseil-Umlaufbahn ist Zubringer zur unterirdischen Metro-Alpin-Standseilbahn, welche bis Mittelallalin auf 3457 m.ü.M. hochführt, und wurde praktischerweise zur bestehenden Talstation der Luftseilbahnen nach Plattjen und Längfluh gebaut, womit hier (bis auf die kleine Hannig-Bahn) alle relevanten Bergbahnen des berühmten Gletscherdorfs konzentriert sind.
Die Linie 644 führt, in der Regel ebenfalls elektrisch, von diesen Bergbahnen über die Busstation zur Endstation Parkplatz Nord. Diese liegt etwas oberhalb der ausgedehnten Parkhaus-Anlagen, welche von den Linien 642 und 643 bedient werden, und erschliesst den günstigeren offenen Parkplatz. Ganz am Parkplatz vorbei kommen nur ÖV-Kunden: Das Dorf selbst ist autofrei, und das Auto muss zwangsläufig auf einem der 3000 Parkfelder stehen gelassen werden.