Letztes Update: 31. Oktober 2023, 17:04
Der öffentliche Verkehr im Kanton Fribourg wird mit einigen wenigen Ausnahmen von den TPF (Transports Publics Fribourgeois) mit ihren rot-weiss gepunkteten Zügen und Bussen bedient. PostAuto hat dagegen lediglich einige wenige (historisch gewachsene) Linien zu bieten – eine davon ist die Linie, welche ab Charmey nach Cerniat und La Valsainte führt. Bis 2013 begann und endete die Linie bei einer Umsteigehaltestelle im Niemandsland zwischen Crésuz und Charmey, hier wartet ein Bus von PU Castella (bis 2015 Betreiberin der Linie) auf den Anschlusskurs aus Bulle.
Eigentliches Ziel (und für einige Kurse auch Endstation) ist das Dorf Cerniat, das hoch über dem Javro liegt. Die Kirche als klar höchstes Gebäude thront einige Meter vor dem Dorfkern entfernt und empfängt den Bus aus Charmey – der Startpunkt ist im Hintergrund (ebenfalls mit Kirche) gut erkennbar.
Bei der alten Post in Cerniat wenden dann die Kurse – es sei denn, es hat noch Reisende im Bus...
…welche weiter taleinwärts fahren wollen, dann fahren die fünf Kurse weiter über die schmale Bergstrasse und vorbei an Weilern (hier Les Riaux) in die Talschaft La Valsainte hinein. Diese Streusiedlung, die einst sogar eine Post und einen Dorfladen hatte, erstreckt sich über mehrere Kilometer…
…bis zum abrupten Abschluss: die Kartause La Valsainte, die einzige bestehende Kartause in der Schweiz (die weitaus bekanntere Kartause Ittingen bei Frauenfeld ist seit Jahren umgenutzt), ist auch das Ende der für Busse befahrbaren Strasse. Das 1861 wiederaufgebaute Kloster mit rund 800-jähriger Geschichte beherbergt zwischen 10 und 20 Kartäuser, welche hier in Abgeschiedenheit leben – selbst der regelmässige Bus bringt keine Besucher (Kartausen können nicht besichtigt werden), sondern im besten Fall ein paar Wanderer, welche die Wanderung über den Pass La Balisa zum Schwarzsee in Angriff nehmen.
Seit Dezember 2013 fahren die Busse am unteren Ende der Linie weiter – parallel zu TPF-Bussen – bis zur Talstation der Sportbahnen in Charmey. Zusammen mit der gleichzeitigen Einführung eines Wochenend-Angebotes im Sommer diente der Ausbau dazu, die Linie attraktiver zu machen für die vielen Feriengäste in Charmey – es ist zu hoffen, dass die Fahrgastzahlen den Ausbau würdigen.
Auf der kurzen Linienverlängerung (welche für Schüler übrigens auch vor der planmässigen Verlängerung 2013 schon bedient wurde) überquert der Kleinbus auch den Eindrücklichen Pont du Javro, in seiner heutigen Form um 1960 erbaut und rund 60 Meter hoch. Zuvor lag wenige Meter daneben eine Fachwerkbrücke aus Stahl, welche eine noch ältere Holzbrücke im Talgrund ersetzte.