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21.071/073/078 Ajoie West (Bure/Fahy/Grandfontaine/Damvant)

Letztes Update: 7. September 2024, 21:09

Das Busnetz rund um Porrentruy umfasst heute 10 Buslinien, wovon 8 am Bahnhof Porrentruy beginnen und enden. Diese Galerie befasst sich mit den Linien, welche Richtung Westem dem unterirdischen Fluss Ajoulot entlangführen. Als Ausgangspunkt und Bushof dient ein grosser Parkplatz neben dem Postgebäude, ein behindertengerechter Ausbau ist zwar projektiert, bisher aber nicht umgesetzt. Seit Dezember 2011 gilt in der Ajoie ein annähernder Taktfahrplan, und seit Ende 2021 wird das Netz im Kanton Jura nach einer Ausschreibung unter der Marke «MobiJU» nach einem neuen Fahrplankonzept geführt, das je nach Tageszeit halbstündlich oder stündlich alle Busse in Porrentruy in einem Knoten zusammenführt. Alle Linien in dieser Region wurden bis Ende 2014 von PU Stucki, Porrentruy, bedient, seither ist grundsätzlich die Regie mit einem Standort am Rand von Porrentruy zuständig.

Wir folgen zuerst der Buslinie 71, welche in Porrentruy ab dem Bahnhof direkt in Richtung Spital führt; dabei passieren die Busse auch das Wahrzeichen der Stadt, das weitläufige Schloss im Hintergrund dieser älteren Aufnahme, bevor sie den wahrscheinlich wichtigsten Zwischenhalt beim Spital erreichen. Über lange Jahre waren Busse, welche nur bis zum Spital fuhren, Teil der Linie 71, noch zuvor wurden sie – wie hier im Bild dokumentiert – als Stadtbus «TUB» (Transport Urbain Bruntrutain) bezeichnet – jedenfalls war es die einzige Linie, welche auch in den 2000er-Jahren in Nebenverkehrszeiten bedient wurde.

Nach einer kurzen Überlandstrecke durch weitläufige Übungsgelände der Armee erreichen die Busse der Linie 71 Bure; der Endpunkt der Linie lag von Dezember 2011 bis Dezember 2021 bei den Kasernen, dem wichtigsten Arbeitgeber im Dorf – heute wenden die Busse vorzeitig bereits bei der Haltestelle Buratte und fahren weiter nach Fahy, da die Zeit für eine Bedienung der Kasernen im MobiJU-Konzept nicht mehr ausreicht (ohnehin werden grössere Kontingente an «AdA» per eigenem Bahnanschluss befördert). Der Bus im Bild hat mit dem letzten morgendlichen Kurs vor der 2012 noch existenten Taktlücke das Dorf bedient und fährt nun im Morgenlicht zurück Richtung Porrentruy.

Seit 2021 fahren die Kurse ab Bure also erneut nach Fahy – wie dies bis Ende 2011 schon einmal der Fall war, als auch diese Aufnahme im langgezogenen Strassendorf an der Französischen Grenze entstand. Ebenso unverändert ist die Tatsache, dass an der Haltestelle Douane Endstation ist – das nahe Abbévillers oder gar die quasi angrenzende Agglomeration von Montbéliard sind mit dem ÖV trotz der grossen Grenzgängerströme unerreichbar.

Von 2011 bis 2021 wurde Fahy durch die Buslinie 78 (Porrentruy–Chevenez–Fahy) an den Hauptort der Ajoie angebunden; Die Kurse fuhren stündlich – mit längeren Lücken in den Nebenverkehrszeiten – mit Gelenkbus, wobei zusätzliche Kurse Chevenez–Fahy mit Standardbus für Schülerbedürfnisse geführt wurden. Im Niemandsland zwischen den beiden Dörfern ist dieser für das neue Angebot 2011 gelieferte Citaro-Gelenkbus unterwegs zurück in Richtung Chevenez und Porrentruy.

Doch starten wir in Porrentruy – hier führen die Busse in Richtung Chevenez durch das Stadtzentrum. Der Standardbus hat das schmucke Ensemble mit seinem anachronistischen Charme einer Arbeiterstadt verlassen und fährt nun am neuen Einkaufszentrum der Migros vorbei zum Bahnhof.

Den ersten Abschnitt bis Chevenez teilten sich zwischen 2011 und 2021 zwei Buslinien: Während die Linie 78 nach Fahy führte, führte die «alte» Linie 73 nach Damvant; Vor 2011 existierte nur diese, danach wurde je nach Tageszeit und Fahrplanjahr die eine, die andere oder auch beide Linien nach Porrentruy geführt. Aus «alten Zeiten» stammt dieses Bild aus dem unteren Dorfteil von Courtedoux, der Gelenkbus ist auf dem Weg nach Damvant und wird in Kürze nach dem Dorfausgang das Naturphänomen des «Creugenat» passieren – hier entspringt bei Hochwasser ein Teil der unterirdischen «Ajoulote» und fliesst oberirdisch Richtung Porrentruy, während bei Niedrigwasser auch der unterste Teil dieses Tals ein Trockental ohne Oberflächengewässer bleibt.

In Chevenez wurde zwischen 2011 und 2021 Anschluss zwischen den Buslinien 73 und 78 geboten – ursprünglich fuhren die Gelenkbusse der Linie 178 nach Fahy und boten hier Anschluss auf einen Standardbus Richtung Grandfontaine und Damvant, ab Ende 2016 wurde dann abwechselnd eine der beiden Linien nach Porrentruy gezogen und so auf dem gemeinsamen Abschnitt ein dichterer Takt angeboten, der Gelenkbus-Einsatz reduzierte sich dadurch. Heute fahren die Standardbusse der Linie 73 stündlich, in der HVZ halbstündlich, ohne weiteren Anschluss durch das Dorf – Gelenkbusse sind mit dem Taktausbau Ende 2021 in der Ajoie keine mehr verplant.

…um anschliessend über das kleine Rocourt das Dorf Grandfontaine zu erreichen. Es liegt abseits vom Hauptweg nach Damvant und wurde bis Ende 2021 auf Schlaufenfahrt bedient. Hier ein Bus im unteren Dorfteil auf der Fahrt Richtung Chevenez – der grosse Dorfbrunnen im Vordergrund ist, auch wenn der Dorfname dies suggeriert, nicht der einzige in der ländlichen Region.

Seit Ende 2021 startet hier die Linie 78, welche den hintersten Teil der früheren Linie 73 mit einem Midibus des PU Froidevaux, Charmoille, bedient. Sieben Jahre nach der Pensionierung des früheren PU Stucki, Porrentruy, gelangen somit seit 2021 auch wieder PU-Fahrzeuge in die hinterste Ajoie. Neu fahren die Busse aus Porrentruy in beide Richtungen über das Oberdorf bis zur Haltestelle «Bas de village», wo der Anschluss zwischen beiden Linien abgewickelt wird.

Ziel der Linie 78 (und früher 73) ist Damvant, wiederum an der französischen Grenze gelegen. Für die geringe Nachfrage im Pendler- und Schülerverkehr reichen die Midibusse zukünftig problemlos, Standardbusse wie in diesem Bild vom Sommer 2021 werden zukünftig nur noch am Wochenende im Durchlauf mit der Linie 73 hierhin gelangen…

…insbesondere in der Sommersaison, wenn auch die eindrücklichen Grotten von Réclère mittels Stichfahrt an die Linie 78 angebunden werden, wie hier mit einem Citaro K im Sommer 2021. An Werktagen sind die Grotten der einzige Grund, warum über die wenigen Kurspaare am Morgen Richtung Porrentruy und am Abend Richtung Damvant überhaupt noch weitere Kurse der Linie über Grandfontaine hinaus angeboten werden – wer in den beiden kleinen Dörfern (zusammen knapp 300 Einwohner) auf den ÖV angewiesen war, musste seinen Lebensstil spätestens Ende 2021 deutlich zusammenstreichen oder näher an die Stadt ziehen!