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60.221 Wolhusen – Romoos – Holzwäge

Letztes Update: 1. November 2023, 10:09

An beengter Lage zwischen dem SBB-Bahnhofsgebäude von Wolhusen und der Hauptstrasse beginnt eine einzelne Postauto-Linie. Die Linie 221 nach Romoos wurde bis 2010 von PU Unternährer, Romoos, bedient und gehört seither ebenfalls zum Einsatzrayon von PU Amstein, Willisau. Das Stammfahrzeug ist derzeit noch der letzte Hochflurwagen im Betrieb, ein Volvo 8700, welcher aber im Lauf des Jahres 2017 ersetzt werden soll.

Das Ziel der Linie, Romoos, war einst mit dem Bahnhof Doppleschwand-Romoos nominell an die Bahn angebunden – faktisch fuhren schon seit Jahrzehnten Postautos ins Dorf, liegt es doch rund 4 Kilometer und 200 Höhenmeter vom einstigen Bahnhof entfernt. Durch die Nähe zu Luzern wurde entlang der Linie heute viel gebaut – trotzdem ist Romoos vielen Städtern vor allem als Wandergebiet bekannt. Den aussichtsreich an einer Hangkante gebaute Dorfkern hat der Bus soeben verlassen, er nimmt nun den 100 Meter langen Abstieg durch die neueren Wohngebiete ins Fontannental in Angriff…

…nur um danach wieder einen Anstieg nach Doppleschwand zu bewältigen. Die Topographie des Entlebuches zwingt manchmal zu eigenartigen Strassenführungen, ermöglicht aber auch gute Lagen, denn auch Doppleschwand liegt aussichtsreich auf einem Hügelzug. Das Dorf hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt, zumindest was die Anzahl der Gebäude betrifft, und wächst ungebremst weiter – die neuen, schlecht angepassten Einfamilienhäuser trüben von allen Seiten den Blick auf die schöne Kirche. Zu hoffen ist, dass die Neuzuzüger auch die Frequenzen der Buslinie aufbessern.

Nicht gerettet werden konnte der Bahnhof Doppleschwand-Romoos – der komplett auf der grünen Wiese gelegene Halt ist nur noch als Kreuzungsstelle für betriebliche Zwecke in Betrieb, und die Postautos fahren seit der Schliessung direkt in den Hauptort Wolhusen. Nur an schönen Wochenenden, wenn die Emme mit ihren Kiesbänken und Felsplatten zum Baden einlädt, ist die nahegelegene Haltestelle Chappelbodenbrücke der Postautolinie von Bedeutung – der Volvo hat den Abstieg aus Doppleschwand geschafft und fährt die letzten Kilometer bis zum Ziel der Emme entlang talwärts.

Immer grösserer Beliebtheit erfreut sich die sommerliche Linienverlängerung ab dem Dorf Romoos bis zum Restaurant Holzwäge. Die weiteren 250 Höhenmeter verkürzen die Wanderung zum „Wander-Evergreen“ Napf erheblich und erschliessen auch weitere schöne Wanderwege, sodass die Fahrt heute auch von Mo-Fr angeboten wird. Am Wochenende sind sogar 6 tägliche Busse bis Holzwäge im Einsatz, hier der erste Morgenkurs, welcher gerade an der Endstation die Leute aussteigen liess und nun die Rückfahrt antritt.

Die schmale Strasse ist für den 2.50 Meter breiten Bus nicht ganz einfach zu bewältigen. Dank routinierten Chauffeuren und dem hier fleissig genutzten Dreiklanghorn kann aber sogar der recht knappe Fahrplan mehr oder weniger eingehalten werden, und wenn nicht zuviel landwirtschaftlicher Verkehr unterwegs ist, kann man zumindest auf den graden Abschnitten ohne Absturzgefahr, wie hier oberhalb der Haltestelle Zyberlibahn, zufahren.