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80.819-825: Frauenfeld – Neunforn / Warth-Weiningen und weiter

Letztes Update: 25. August 2024, 15:32

Der Bushof Frauenfeld, um die Jahrtausendwende im Zusammenhang mit dem Bau eines darunterliegenden Strassentunnels erbaut, ist eigentlich Dreh- und Angelpunkt eines über lange Jahre reinen Regie-Postautonetzes. Erst im Dezember 2018 sind wieder Fahrzeuge von PostAuto-Unternehmern planmässig hier aufgetaucht – nämlich diejenigen des PU Rattin aus Neuhausen, welcher schon seit der «Privatisierung» der PostAuto-Werkstätten die Frauenfelder Regieflotte unterhält. Der PU betreibt von seinem neuen Standort in Ossingen die stündliche Linie 822 nach Oberneunforn.

Die Strecke hat in den letzten Jahren ein schnelles Wachstum erlebt. Noch bis Dezember 2007 wurde die Linie nur in der Hauptverkehrszeit 4x täglich bedient, in den übrigen Zeiten wurde die Region durch den «PubliCar Iselisberg» bedient. Danach wurde sie um eine zusätzliche Schlaufe über Buch erweitert und vorerst in der HVZ, später ganztags und heute auch am Wochenende stündlich bedient. Der Citaro Ü hat im Bild gerade Oberneunforn verlassen, die ausserhalb gelegene Haltestelle Hochberg bedient und wird als nächstes Unterneunforn erreichen.

Nach kurzer Fahrt durch das Thurtal aufwärts biegt die Linie 822 gleich wieder von der Hauptstrasse ab und nimmt die Steigung in Richtung Wilen TG in Angriff; das Linienziel Frauenfeld ist im Hintergrund bereits sichtbar, und würde auf direktem Weg wohl in wenigen Minuten erreicht. Der Bus wird hingegen zunächst die zu Uesslingen gehörende Haltestelle Trüfelbach bedienen und dann weiter über Trüttlikon…

…und Buch weiterfahren. Dort ist dieser Gegenzug unterwegs durch den ländlichen Ortskern. Beide Dörfer gehören zum nächtsten, etwas grösseren Uesslingen – zusammen mit den ebenfalls dazugehörenden Weilern Iselisberg und Dietingen zählt die Gemeinde immerhin knapp über 1000 Einwohner.

Nachdem bei Uesslingen die Thur überquert ist, führt die Fahrt durch deren weite, sehr flache Ebene in Richtung Kantonshauptstadt Frauenfeld. Entlang der Haupachse hat sich hier auf Gebiet von Frauenfeld und Gachnang ein Siedlungsband aus Einfamilienhäusern und Industrieanlagen gebildet, welches nur durch die Gemeindegrenzen bisweilen unterbrochen wird. Der Bus hat Horgenbach und Erzenholz hinter sich gelassen und überquert ein längeres Stück Ackerland, bevor er die Autobahneinfahrt Frauenfeld-West passiert. Beim rauchenden Gebäude im Hintergrund handelt es sich um die «Graströchni», eine Anlage des landwirtschaftlichen Futterherstellers «Thurtalfutter».

Drei weitere Buslinien bedienen ab Frauenfneld das Gebiet rund um das Stammertal bzw. den Stammerberg; die Linie 825 führt stündlich (bzw. in der HVZ halbstündlich) von Frauenfeld nach Stein am Rhein und überquert dabei auch die westlichsten Ausläufer des «Seerückens», wie der Hügelzug zwischen Thurtal und Bodensee genannt wird. In Stein am Rhein treffen die Regie-Postautos auf Frauenfeld jeweils auf die roten Busse der süddeutschen Südbadenbus, welche den «Bahnersatz» auf der 1969 für den Personenverkehr stillgelegten Strecke nach Singen herstellen. Mit der Umgestaltung des Thurgauer Bahnfahrplans Ende 2018 wurde die bisherige Kurzwende der Postautos in eine Halbstundenpause umgewandelt, und auch die LE-Fahrzeuge sind aus Frauenfeld, bereits seit Dezember 2013 verschwunden.

Seit Dezember 2023 warten die Busse ihre halbe Stunde Pause nicht mehr am (inzwischen umgestalteten) Bahnhof von Stein am Rhein ab, sondern bedienen mittels eines Rundkurses die Dörfer Kaltenbach und Wagenhausen (übrigens beide, genauso wie der benachbarte Bahnhof Etzwilen, Teil der Gemeinde Wagenhausen). Im Bild ist ein Solaris-Standardbus unterwegs durch die Gewerbegebiete von Kaltenbach in Richtung des Dorfes; im Hintergrund das Siedlungsgebiet von Stein am Rhein und die darüber liegende Burg Hohenklingen.

Der Weg von Stein am Rhein nach Frauenfeld führt über Eschenz, wo wie in Stein am Rhein die Züge der Seelinie (S1) halten; der Fahrplan ermöglicht hier Anschlüsse in Richtung Osten, welche in Stein am Rhein knapp verpasst werden. Der Citaro-Standardbus hat gerade den Bahnübergang überquert und nimmt nun die Steigung hinauf auf den Seerücken in Angriff…

…welcher beim Scheitelpunkt der Linie auf 609 m.ü.M. bei Kalchrain überquert wird. Kurz darauf hat der Volvo 7900 – einer von aktuell zwölf Volvo-Hybriden in Frauenfeld – im Dorf Herdern halt gemacht. Nach der Überquerung des Seebachs ist er im Wiler Weckingen auf die Linie 823 gestossen und wird als nächstes das Dorf Weiningen TG erreichen.

Nach einer Schlaufe über das Dorf Warth wird schliesslich die Thur überquert, anschliessend führt die Linie vorbei an der grossen Kaserne Frauenfeld in die Kantonshauptstadt hinein, wo Anschluss nach Zürich besteht. Auf diesem Abschnitt wird die Linie durch die Linie 823 Frauenfeld – Diessenhofen zum Halbstundentakt verdichtet…

…wobei diese das Dorf Warth auslässt und ab Frauenfeld direkt nach Weiningen fährt. Dort biegt die Linie ab und nimmt anstatt dem Weg über den Seerücken jenen durch das Seebachtal Richtung Westen. Die nächsten Zielorte sind Hüttwilen und Nussbaumen, deren nach den jeweiligen Dörfern benannte Rietseen sind beliebte Ausflugsziele für Winterthur und Umgebung. Der Volvo-Hybridbus der Regie hat beide Seen bereits passiert und fährt vorbei am Weiler Neumühle talauswärts in Richtung Weiningen.

Nach Nussbaumen durchqueren die Busse kurz den Kanton Zürich, und zwar die Stammertaler Gemeinden Ober- und Unterstammheim mit ihrem Bahnhof. Im schmucken Dorfkern von Oberstammheim – wie alle Stammertaler Dörfer als Ortsbild von nationaler Bedeutung klassiert – ist dieser Bus unterwegs nach Frauenfeld. Die «Riegelhäuser» mit ihren roten Balken sind typisch für die Region und optisch sehr gut erhalten.

Endstation der Linie ist Diessenhofen, wo Anschluss an die Züge nach Schaffhausen besteht. Hier begegnet man in der Hauptverkehrszeit seit Dezember 2018 einem kleinen Solaris Urbino 8.6 von PU Rattin, Neuhausen. Das in der Aussengarage Ossingen stationierte Fahrzeug fuhr bis Ende 2023 in der Hauptverkehrszeit stündlich von hier…

Schlattingen

Da die Linie 823 im Gegensatz zur Linie 825 auf die Schlaufe über Warth TG verzichtet, ist für den Halbstundentakt im Dezember 2015 die Linie 819 eingeführt worden. Diese führt ab Frauenfeld ohne Zwischenhalt nach Warth und beginnt und endet in der wenige hundert Meter ausserhalb gelegenen Kartause Ittingen; das einstige Kloster (bis 1848) wird heute in Symbiose als Seminarzentrum, Gutsbetrieb und Wohnheim für Menschen mit Beeinträchtigung geführt. Der Citaro Ü hat soeben am Wendeplatz am Rand des Areals gewendet und nimmt nun die kurze Steigung zurück nach Warth in Angriff.