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30.320/321/631: Region Längenberg (Köniz – Riggisberg – Gürbetal)

Letztes Update: 31. März 2024, 12:29

Riggisberg, mit Spital und diversen Versorgungseinrichtung das Regionalzentrum des Längenbergs, ist PostAuto-Knoten mit sieben Linien. Bis auf eine werden alle von PostAuto-Unternehmer Engeloch bedient, der am Ortsrand seine Garage hat. Die Hauptverbindung nach Bern übernehmen heute die Linien 320/321, welche in Toffen bzw. Thurnen Anschluss an die S4 bzw. S44 nach Bern anbieten. Im Bild wartet ein Citaro LE auf seine Abfahrt, ein baugleiches Fahrzeug daneben ist kürzlich aus Köniz angekommen und wartet hier eine Pause ab, bevor dann die Fahrt in eine andere Richtung weitergeht.

Am Bahnhof Toffen entstand diese Aufnahme eines Citaro LE neben einem der neuen FLIRT-Triebzüge der BLS. Die Züge der BLS kreuzen auf der Doppelspurstrecke zwischen Toffen und Kaufdorf – die Busse können so die Anschlüsse aus beiden Richtungen abnehmen.

Die Kurse ab Toffen nach Riggisberg bedienen unterwegs auch die Ortschaft Rümligen; vom benachbarten Kaufdorf, mit einem Bahnhof an der BLS-Linie erschlossen, wird nur der oberste Dorfteil bedient. Dieser MAN A20 hat soeben die Haltestelle «Lochpinte» verlassen und fährt nun gegen Rümligen bergwärts.

Abwechselnd fahren die Busse statt nach Toffen nach Thurnen (Mo-Fr stündlich, Sa/So zweistündlich). Dabei werden die beiden zum Bahnhof gehörenden Ortschaften Kirchenthurnen und Mühlethurnen bedient (die auch mit ein Grund sind, warum der Bus nicht stündlich am selben Ort den Bahnanschluss herstellt). Im Bild biegt der MAN in Mühlethurnen gerade zur Bahnhofstrasse ein…

…die ihn schliesslich zum BLS-Bahnhof mit seiner charakteristischen Halle bringt. Die vier Neoplan 4416Ü (Centroliner) prägten während einem Jahrzehnt das Bild des Engeloch-Verkehrs, sind aber aufgrund von Mängeln bei der Verarbeitungsqualität auch relativ rasch wieder aus dem Bestand ausgeschieden.

Die klassische fahrt von Bern nach Riggisberg führte nicht via Gürbetal, sondern mit dem Bus über Köniz nach Riggisberg. Mit Einführung eines systematischen S-Bahn-Angebotes zwischen Bern und Schwarzenburg wurde die Buslinie bis zum Bahnhof Köniz verkürzt, um dem Verkehrschaos in der Stadt zu entgehen und Doppelungen zum Stadtnetz von Bernmobil zu vermeiden. Die Linie dient heute vor allem dem Lokalverkehr zu den zwischen Köniz und Riggisberg liegenden Ortschaften. Am Bahnhof Köniz wartet Citaro LE Nr. 4 auf die Abfahrt.

In Köniz bedienen die Postautos nebst dem Aussenquartier Schliern auch die berühmt-berüchtigte Schwarzenburgstrasse, die erste Schweizer Hauptstrasse mit Tempo 30. Die Meinungen darüber sind in der Schweiz noch immer geteilt, doch hat die Aktion zu einer verkürzten Durchfahrtszeit und mehr Publikum im Dorfkern geführt und sich dadurch zum internationalen Vorbildprojekt gemausert. Mitten im Gewusel fährt Wagen Nr. 14, ein Citaro LE, bergwärts gegen Riggisberg.

Die Linie Köniz – Riggisberg weicht zweimal vom direkten Weg ab. Das erste mal kurz nach Oberscherli, wo eine Stichfahrt nach Oberbalm absolviert wird – der Bus hat die kurze Stichfahrt bereits absolviert und fährt nun durch Scherliau weiter in Richtung Köniz.

In Spitzenzeiten – das heisst von Montag bis Freitag morgens, mittags und abends – werden Oberscherli und Oberbalm auch durch die halbstündliche Linie 621 bedient, welche durch die Regie betrieben wird. Die Busse starten am S-Bahn-Halt Niederscherli…

…und fahren dann über schmale Strassen nach Oberscherli, Scherliau und Oberbalm weiter. Im Bild ist der Bus unterwegs zwischen Oberscherli (im Bildhintergrund) und den obersten Quartieren von Niederscherli im Vordergrund. Seit ihrer «Erfindung» in den 2000er-Jahren wird die Linie stets mit einem Midibus betrieben.

Das zweite Mal verlassen die Busse der Linie 631 in Rüeggisberg den direkten Weg, um das schmucke Dörfchen an sonniger Hanglage zu bedienen. Der A21 Nr. 10, als Occasion vom Autobetrieb ASKA übernommen und inzwischen ausrangiert, hat die Stichfahrt soeben absolviert und fährt nun weiter dem Bergrücken des Längenbergs entlang Richtung Köniz.

Zwischen den beiden Stichfahrten bedienen die Busse die Haltestelle Niedermuhlern, Baumgarten. Die Taktlage der Linie ermöglicht hier einen Mini-Anschlussknoten mit der Buslinie 340 Wabern – Kehrsatz – Niedermuhlern, sie seit Ende 2022 ebenfalls Teil des Rayons von PU Engeloch, Riggisberg, ist. Der Hess-Dreiachser ist unterwegs nach Riggisberg und hat die wenigen Reisenden aus Wabern aufgenommen; in Kürze wird er seinen Gegenkurs kreuzen, der wiederum einige Reisende nach Wabern (bzw. auf die S-Bahn in Kehrsatz) bringen dürfte.

Ziel der Linie 340 ist die Tram-Endstation Wabern bei Bern, wo die Tramlinie 9 von Bernmobil endet. Die Busse von Riggisberg enden bei der nahen Haltestelle Eichbühl und wenden dann ohne Fahrgäste über einen nahen Kreisel, um bei der Haltestelle Tram-Endstation wieder einzusetzen. Im Bild ein HVZ-Verstärker – diese Kurse werden durch die Regie mit einem Standardbus geführt.

Die Grundtakt-Kurse werden hingegen seit der Übernahme durch PU Engeloch mit einem Dreiachser geführt, wofür Anfangs 2024 zwei fabrikneue Scania Citywide LE NBA beschafft wurden. Die S-Bahn-Anschlüsse werden nicht in Wabern, sondern im benachbarten Kehrsatz hergestellt, wo die Busse die BLS-Bahnlinie niveaugleich überqueren…

…bevor sie den steilen Anstieg auf das Plateau des Längenbergs in Angriff nehmen. Das Postauto ist für Kehrsatz auch Ortsbus und hat bei der Haltestelle Tannacker nochmals zahlreiche Fahrgäste ausgeladen.

Mit einer kurzen Stichfahrt wird das Alters- und Pflegeheim Kühlewil bedient, welches an ruhiger Lage über dem Gürbetal liegt; der MAN der Regie wendet gerade auf der eigens für den Bus gebauten Kehrschlaufe und wird dann weiterfahren ins Dorf Englisberg.

Grösstes Dorf an der Linie ist Zimmerwald, Teil der Gemeinde Wald BE und bekannt durch eine internationale sozialistische Konferenz zur Zeit des ersten Weltkriegs. Das Dorf beherbergt auch eine wichtige Kommunikationsanlage der Armee – ansonsten wirkt die Gegend genauso ländlich wie die ganze Region. Der Bus ist zwischen Zimmerwald und Englisberg unterwegs, im Hintergrund gibt die sich auflösende Bewölkung einer Kaltfront gerade den Blick auf die Stockhornkette frei.

2008 kam es zu einem Linientausch zwischen den Verkehrsbetrieben STI und PostAuto; in diesem Zusammenhang gelangte die Buslinie 31.056 Riggisberg – Wattenwil – Grundbach zu PostAuto bzw. zu PU Engeloch, der die Linie mit einem Standardbus bedient. In den Schulferien reicht für die hauptsächlich von Schülern frequentierte Linie allerdings auch ein kleineres Fahrzeug aus, weshalb oft auch einer der 2010 von PU Heiniger, Riffenmatt, übernommenen Sprinter eingesetzt wird. Wagen 16 im Bild hat die Streusiedlung Grundbach am Hang über Wattenwil bedient und fährt nun durch Wattenwil Richtung Riggisberg; in Wattenwil besteht zeitweise auch Anschluss an die STI-Linie Burgistein – Wattenwil – Blumenstein.