Letztes Update: 13. Mai 2023, 17:54
Ab dem Bahnhof Münsingen startet ein Netz von je 2 Orts- und Regionalbuslinien, welches bis Ende 2019 durch PostAuto bzw. deren PU Lengacher betrieben wurde. Dazu kommt die „Tangento“-Buslinie von BernMobil, welche Konolfingen über Münsingen mit Belp verbindet. Auf dem Bild warten zuvorderst die beiden Ortsbusse auf ihre Abfahrt, hinter dem Bernmobil-Fahrzeug wartet ein Citaro K auf die Abfahrt als Linie 167 nach Oberdiessbach.
Die beiden Regionalbuslinien 165 und 167 führten ab Münsingen zuerst weiter durch das Aaretal bis Wichtrach, wobei die Busse in der Doppelgemeinde zuerst das Dorf Oberwichtrach erreichen. Bei der kleinen Käserei ist ein MAN A20 unterwegs als 165 Richtung Kirchdorf und wird in Kürze nach rechts abbiegen…
…um den zwischen Nieder- und Oberwichtrach gelegenen Bahnhof Wichtrach zu erreichen. Vor dem kleinen Bahnhofsgebäude, hinter dem sich ein moderner Regionalbahnhof befindet, startete auch die heutige Linie 166 nach Kaufdorf, welche zum Zeitpunkt dieser Aufnahme noch als Teil der Linie 165 behandelt wurde.
Von hier gibt es zwei verschiedene Wege für die weitere Fahrt: Die Linie 165 umfuhr den in einer kleinen Talmulde gelegenen Gerzensee auf der Westseite und erreicht so zuerst das Dorf Gerzensee…
…um dann via Mühledorf das Fahrtziel Kirchdorf zu erreichen. Die drei Dörfer um den See haben sich in den letzten Jahrzehnten zu Wohngemeinden entwickelt, mit den entsprechenden, nicht nur schönen Quartieren. Im Hintergrund oberhalb Mühledorf ist das Quartier Chilchezälg zu erkennen, welches den Südhang zwischen Gerzensee und Mühledorf prägt.
Viel ansprechender ist die Sicht in die Gegenrichtung: Der MAN A20 hat nun in Kirchdorf gewendet und fährt vor dem Alpenpanorama mit Eiger, Mönch und Jungfrau zurück über Mühledorf und Gerzensee nach Wichtrach. Die Linie 166 übrigens umrundete den See auf der Ostseite und fährt nach Bedienung von Kirchdorf über Mühledorf und Kaufdorf weiter…
…ins Gürbetal, wo sie nach dem Dorf Gelterfingen den Bahnhof Kaufdorf erreichte. Während einigen Jahren wurde die Linie stattdessen nach Toffen geleitet, da dort bessere Bahnanschlüsse möglich waren – dort begegneten die Busse auch den Wagen von PU Engeloch aus Riggisberg. In Kaufdorf sind die Midibusse der Linie 166 heute die einzigen Busse.
Eine relativ neue Linie ist die Linie 167. Sie verband seit 2011 Münsingen mit Oberdiessbach im Kiesental, und schliesst dabei die Dörfer Oppligen und Herbligen zum ersten Mal an den öffentlichen Verkehr an. Zwischen Münsingen und Oberwichtrach verdichtete sie die Linie 165 zum Halbstundentakt, folgte dann aber weiter dem Aaretal, um schliesslich im kleinen Dorf Kiesen von der Hauptachse Richtung Thun abzuzweigen – hier ein Bus im Dorfkern von Kiesen mit seinen gut erhaltenen Häusern.
Im unteren Teil ist das Kiesental eine weite Ebene mit verschiedenen Dörfern und Höfen. Hier ein Bus auf der Rückfahrt nach Münsingen zwischen Herbligen und Oppligen – der grössere Hauptort Oberdiessbach mit seinen Wohnsiedlungen am Hang ist im Hintergrund rechts erkennbar.
In Oberdiessbach endeten die Busse am Bahnhof der BLS, gelegen an der früheren EBT-Linie Thun – Konolfingen – Burgdorf. Hier beginnt auch eine Linie der Verkehrsbetriebe STI nach Heimenschwand, die allerdings planmässig nur selten gleichzeitig mit der Postautolinie den Bahnhof erreichte; sie ist auf die Regionalzüge aus Thun und auf die Schulbedürfnisse ausgerichtet.
Der Ortsbus Münsingen bestand grundsätzlich aus drei Schlaufen: Die Schlaufe Brückreuti im Westen des Bahnhofs sowie die Schlaufen Sonnhalde und Spital im Osten. Die Schlaufe Sonnhalde erschloss hauptsächlich Wohnquartiere und wurde in der HVZ 3x stündlich befahren. In der Nebenverkehrszeit fuhren die Busse nur 2x stündlich und bedienten dann ab der Haltestelle Rosenweg auch noch die Schlaufe Spital mit – hier passiert ein MAN-Midibus gerade die Abzweigung der beiden Schlaufen – in Spitzenzeiten wäre der Bus hier rechts zum Bahnhof abgebogen.
Die Schlaufe Spital wurde in der Hauptverkehrszeit nur stündlich bedient, da dann die Busse der Tangento-Linie 160 von Bernmobil das Quartier halbstündlich anschlossen. Der Spital selbst befindet sich in einem Wohnquartier, in dem sich Beton-Villen mit klassischen Einfamilienhäusern und Chalets abwechseln – hier erreicht der Bus gerade die Haltestelle Spital, welche der Schlaufe ihren Namen gab.
Über den Coop, welcher an der überlasteten Hauptstrasse durch das Aaretal liegt, erreichten die Postautos schliesslich den Bahnhof. Teils wechselten die Busse hier die Schlaufe, so auch dieser Kurs der Schlaufe Sonnhalde/Spital – er hat bereits Liniennummer und Ziel gewechselt und wird ab dem Bahnhof weiterfahren auf der westlichen Brückreuti-Schlaufe.
Diese bestand wiederum aus zwei Schlaufen, welche abwechselnd je halbstündlich bedient wurden, und sich so in den zentralen Bereichen zum Viertelstundentakt ergänzten – dieser Kurs hat zuerst die Siedlungen Erlenmatte und Lindenmatte bedient und fährt nun durch das Brückreuti-Quartier vorbei an Einfamilienhäusern und Schrebergärten zurück zum Bahnhof.
Die zweite Variante fuhr ab Bahnhof direkt ins Brückreuti-Quartier, um Zeit zu gewinnen für die Bedienung des psychiatrischen Zentrums (PZM). Das kantonale Zentrum liegt etwas ausserhalb in einem sternförmigen, durch Alleen gesäumten Wegnetz, welches auch die Busse der Ortsbus-Schlaufe halbstündlich befuhren; hier ein Bus auf der Rückfahrt zum Bahnhof.