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Bus Val Müstair GmbH, Lü

Letztes Update: 17. August 2024, 17:38

Im Jahr 2005 entstand aus den vormaligen PU Pfeiffer, Lü, und Oswald, Müstair, die Firma AutoDaPosta Val Müstair, Lü, bzw. seit 2011 Bus Val Müstair GmbH, Lü. Der Fahrzeugpark umfasst fünf Fahrzeuge, welche zahlreiche unterschiedliche Einsatzzwecke erfüllen müssen. Für die Stammlinie Fuldera–Lü, die einzige ganzjährig betriebene Buslinie des PU, wurde 2020 ein hochfluriger Sprinter 4x4 beschafft; er kommt vereinzelt auch auf der Saisonlinie ins Val Vau zum Einsatz.

Die übrige Flotte besteht aus vier Midibussen unterschiedlicher Ausführungen. Neuster «Star» in der Flotte ist dieser Scania Interlink NBA 10.9 – der Midibus dürfte der einzige Vertreter der neusten Interlink-Variante in der Schweiz sein, hat doch Scania kurz nach der entsprechenden Bestellung die Produktion eigenkarossierter Fahrzeuge eingestellt. Der Midibus kommt im Sommer insbesondere auf der Linie über den Umbrailpass und das Stilfserjoch von Müstair nach Tirano zum Einsatz, wo niedrige Hochflurbusse aufgrund der engen Tunnels zwingend sind. Das Standardfahrzeug von Postauto für solche Zwecke, der Iveco Crossway, passt aufgrund seiner Abmessungen nicht über die Strasse…

Als erster und bisher einziger Niederflurwagen des Betriebs steht seit 2019 ein Volvo 8900LE im 10.8-Meter-Ausführung im Einsatz. Der Bus kommt im Sommer vor allem zwischen Fuldera und Lü, aber auch im Val Vau im Einsatz – im Winter fährt der Bus auch auf dem Sportbus zwischen Müstair und dem Skigebiet Minschuns. Ein zusätzliches Betätigungsgebiet für die Busse des PU ist der abendliche Kurs über den Ofenpass und zurück, welcher lange Zeit nur am (verlängerten) Wochenende, inzwischen jedoch täglich angeboten wird. Ansonsten wird die Ofenpass-Linie durch PU Terretaz SA, Zernez, bedient.

Drittes Fahrzeug ist ein Scania K360EB4x2 «Interlink», 2018 für die touristische Buslinie Müstair – Umbrailpass – Stilfserjoch – Bormio – Tirano beschafft. Der Bus wurde wie der neuere Interlink NBA wegen der engen Tunnels am Stilfserjoch beschafft und ist ebenso ein schweizweiter Einzelgänger. Heute ergänzen sich die beiden Scania im Sommer am Stilfserjoch - Im Winter fahren sie vor allem auf der Linie Fuldera–Lü und dem Sportbus.

Als viertes Fahrzeug steht stand zeitweise ein Occasionswagen im Betrieb zur Verfügung – zuletzt war dies ein Setra 412UL, 2008 an PU Heim, Flums, geliefert und seit Ende 2013 bei der Regie im Einsatz. Nach einem mietweisen Einsatz wurde der Bus 2022 angekauft, eingesetzt wurde er im Sommer wie auch im Winter vor allem als Beiwagen, im Sommer vor allem am Stilfserjoch, im Winter auf dem Sportbus. Nach der Wintersaison 23/24 wurde der Bus ausrangiert. Foto: Silvan Pleisch.

Mehrere Fahrzeuge vom Typ Volvo 8700 ergänz(t)en die Flotte. Ein Fahrzeug (GR 111'555) wurde 2005 als Stammkursfahrzeug für die Linie Fuldera – Lü beschafft; nach einigen Jahren am Stilsferjoch war der Bus seit 2018 auch wieder mehrheitlich dort im Einsatz, bevor er 2020 in die Reserve versetzt wurde. Das Fahrzeug steht als eiserne Reserve noch zur Verfügung und wird gerne auch ins Val Vau eingesetzt. Ein zweiter Bus wurde 2015 als Verstärkungswagen für die Stilfserjoch-Linie von PU Fontana, Ilanz, angekauft – 2018 wurde er durch einen neueren Wagen desselben Typs ex Regie Thusis ersetzt. Im Gegensatz zum Ilanzer Wagen, welcher keinen Rollstuhllift und einen älteren Motor hatte, war der Thusner Wagen zum GR 111'555 praktisch baugleich. Im Winter wurden die Busse vor allem als «Bus da Sport» zwischen Müstair und dem Skigebiet Minschuns eingesetzt; noch heute kann der «eigene» 8700 an Spitzentagen dort beobachtet werden.

Von 2013 bis 2018 wurde die Flotte durch einen Setra 313UL ergänzt. Dieser wurde im Winter hauptsächlich als Skibus, im Sommer nach Lü und gelegentlich ins Val Vau eingesetzt und stammte, wie schon einige Occasionsfahrzeuge zuvor, von der Regie Scuol. Das Foto zeigt den Bus in Fuldera.

Vor 2015 führte die heutige internationale Linie nach Tirano nur bis auf die Passhöhe des Stilfserjochs, und wurde anfänglich nur an einzelnen Wochentagen befahren. Mit der Einführung des täglichen Betriebs ab 2010 wurden erstmals eigene Fahrzeuge nur für diese Linie beschafft. Dieser Neoplan N312Ü ex Scuol (die Aufnahme zeigt ihn noch bei seinem Originalbetrieb) stand in den Saisons 2014 und 2015 im Einsatz…

…während von 2010-2013 ein Neoplan-Transliner der Bauart 312Ü, ebenfalls ex Scuol, im Einsatz stand. Die Aufnahme zeigt den Bus auf einer der obersten Kehren am Stilfserjoch. Der Wagen gehört zu den wenigen 312Ü-Translinern; die verbreitetere Bauart 312K mit Einflügliger 2. Tür und etwas schmalerer Kastenbreite steht noch bis heute (Stand 2019) vereinzelt im Tessin im Einsatz.

Bereits vor dem aktuellen Sprinter stand für die Stammlinie Fuldera–Lü ein Sprinter im Einsatz, allerdings einer der vorletzten Generation, 2011 beschafft und im Gegensatz zum aktuellen Kurswagen noch nicht mit Frontzielanzeige ausgerüstet.

Der Vorgängerwagen, ein 1997 erbauter Fiat Ducato, stand ganze 14 Jahre im Einsatz, was für einen Kleinbus aussergewöhnlich lange ist – der Bus hat viele seiner noch bis 2001 an PostAuto gelieferten Artgenossen überlebt. Die Aufnahme zeigt ihn vor der Garage in Lü.

Für den Regionalen Sportbus stand von 2005 bis 2013 dieser Mercedes-Benz O405 zur Verfügung, ursprünglich 1990 an die Regie Balsthal geliefert und später ins aktuelle PostAuto-Design umlackiert. Das Fahrzeug bewährte sich auf der üblicherweise schneebedeckten Strasse zu den Minschuns-Skiliften gut, hatte hingegen den Nachteil, dass es sich im Sommer nicht auf den Saisonlinien zum Umbrail und ins Val Vau einsetzen liess. Der Nachfolger, ein Setra 313UL, behob diesen Mangel schliesslich ab 2013, womit der O405 mit 23 Betriebsjahren ausrangiert wurde.

Auch der Schweizer Hersteller NAW war 2007 bis 2010 bei Bus Val Müstair vertreten, und zwar mit einem Hess-karossierten Skibus-Fahrzeug Typ BH4-23N. Das Fahrzeug wurde 1994 nach Scuol abgeliefert und von dort nach S-Charl und im Skibusverkehr eingesetzt, bevor es zuletzt für drei Jahre ins Münstertal gelangte. Der Bus wurde ganzjährig eingesetzt, im Sommer auf den (damals nur dreimal pro Woche auf Voranmeldung bedienten) Umbrailpass und ins Val Vau, im Winter als Beiwagen für den Sportbus. Danach wurde das Fahrzeug durch den wendigeren Neoplan N312Ü ersetzt und ausrangiert.