Letztes Update: 8. März 2025, 21:44
Seit über 75 Jahren betreibt die Familie Gessinger aus Bad Ragaz Busse im Auftrag der Post. Seit Anfangs 2023 ist der PU auch Teil des damals grössten E-Bus-Versuchs von PostAuto – sieben E-Busse setzt PU Gessinger heute im Linienverkehr ein. Die beiden eCitaro wurden 2024 nachbeschafft und kommen einerseits auf der Linie Landquart–Igis und andererseits auf dem Ortsbus Bad Ragaz zum Einsatz.
Nebst sechs grösseren Fahrzeugen von PU Dünser, Trimmis, sind fünf Iveco E-Way 9.5, erbaut durch den französischen Hersteller Heuliez, Teil des ursprünglichen Projektes. Sie werden in der Bündner Herrschaft zwischen Bad Ragaz, Landquart, Untervaz und Mastrils eingesetzt. Die Fahrzeuge stehen seit Mai 2023 im Volleinsatz, hier beim Bahnhof Bad Ragaz.
Der Rest der Flotte besteht zu einem grossen Teil aus Hess-Bergbussen, seit einigen Jahren auch als «SwissAlpin» vermarktet. Ende 2021 wurden drei Fahrzeuge der letzten Bauserie in 10.1-Meter-Ausführung beschafft; mit GR-Nummernschildern sind sie hauptsächlich für die Linien in der «Bündner Herrschaft» gedacht, werden aber mit der Inbetriebnahme der Elektro-Midibusse auf die Linien ab Bad Ragaz «kaskadiert» (wobei eines der Fahrzeuge an einen Bündner Regiebetrieb weitergegeben wird). Zusätzlich stehen auch drei ältere Fahrzeuge derselben Länge im Einsatz, 2014 und 2016 beschafft und vor allem im Taminatal im Einsatz.
Für die Stammlinie ins Taminatal nach Vättis wurden 2019 zwei Hess-Bergbusse in 10.9 Meter langer Ausführung beschafft, wovon eines jeweils in Vättis übernachtet. Im Gegensatz zu ihren etwas kürzeren Geschwistern sind sie für die engen Ortsdurchfahrten in der Bündner Herrschaft nicht geeignet, weshalb sie hauptsächlich im Taminatal anzutreffen sind. Mit den beiden Wagen wurden die letzten Hochflurbusse im Betrieb ersetzt, seither ist der Fahrzeugpark von PU Gessinger vollständig niederflurig.
Für die Kleinbus-Linie Pfäfers–St. Margrethenberg steht auch ein Kleinbus im Einsatz; Im März 2021 wurde das aktuelle Fahrzeug, ein Sprinter City 45 in Werksausführung, beschafft – hier zu sehen beim Postplatz im Pfäfers, wo der Anschluss ab der Hauptlinie Bad Ragaz–Vättis abgenommen wird.
Seit 2018 gehörten zwei Solaris Urbino 8.9LE zur Flotte, von denen einer ab Bad Ragaz für den Schluchtenbus (mit Schid SG 8'757) eingesetzt wurde, ein zweiter im Raum Landquart mit Bündner Nummernschild. Letzteres Fahrzeug wurde beschafft, um die per Ende 2017 von PU Ackermann, Says übernommenen Kurse insbesondere nach Mastrils und Igis zu bedienen. Die beiden Fahrzeuge wurden im Frühling 2023 an Bündner Regiebetriebe transferiert, da sie in ihrem bisherigen Einsatzgebiet durch die Elektrobusse ersetzt wurden.
Bereits 2013 kam ein erstes Scania/Hess-Fahrzeug zur Gessinger-Flotte. Der ehemalige Vorführwagen des Typs K270UB wurde als knapp 1-jährige Occasion für den Ortsbus Bad Ragaz angeschafft, auf dessen flachen Strecke die für einen Standardbus recht schwachen 270PS auch ausreichen. Tatsächlich hat der Bus bei Ausfall eines Setras aber auch schon Leistungen auf der Taminatal-Linie 451 gemeistert! Seit 2024 dient der Bus als Reserve für die beiden Standard-E-Busse.
Im Dezember 2012 wurden die Leistungen von PU Riederer, St. Margrethenberg, in den Gessinger-Betrieb integriert, womit auch die weiter oben schon genannten Kleinbus-Leistungen auf der Linie 454 begannen. Nach zwei Jahren mit einem Occasionsfahrzeug hatte sich diese Lösung soweit bewährt, dass ein neuwertiger Niederflur-Kleinbus vom Typ Sprinter City 35 (516CDI-NF) beschafft wurde. Der Kleinbus ist jeweis in einem Schuppen in St. Margrethenberg stationiert und kommt ausschliesslich auf der Linie 454 zum Einsatz, die im Sommer 2017 mit einer Stichfahrt nach Vadura erweitert wurde. Nach 7 Betriebsjahren wurde der Kleinbus bereits ersetzt durch den weiter oben gezeigten Kleinbus (welcher auch im Mercedes-Benz-Katalog das direkte Nachfolgemodell ist).
Das Vorgängerfahrzeug wurde wie erwähnt als Occasion angekauft: Der Sprinter 416CDI, der von VDL Kusters zum Niederflurer umgerüstet wurde, stand von 2004 bis 2012 für PU Schmidt, Jonschwil, im Einsatz auf Abend- und Nachtbuskursen sowie im Raum Waldkirch. Der bereits recht abgewirtschaftete Bus schlug sich auch im Gebirge gut, auch im Winter auf der nicht schwarz geräumten Strasse zum St. Margrethenberg. Der Bus wurde 2014 mit 10 Betriebsjahren in den verdienten Ruhestand versetzt.
Im Dezember 2007 sollten die Bad Ragazer Postautolinien nach einer Ausschreibung an den Konkurrenten Bus Ostschweiz gehen; nach langen Diskussionen ermöglichte eine Vereinbarung mit Linienabtausch den Verblieb der touristisch interessanten Taminataler Linien bei PostAuto. Da der Ausschreibungssieger auch die verbliebenen Fahrzeuge verwerten «durfte», musste die Postautoflotte fast vollständig ersetzt werden. Mit etwas Verspätung gelangten so im Sommer fünf Setra 412UL in die Region, einer davon zu PU Gessinger, Bad Ragaz. Mit der Übernahme der Leistungen vom benachbarten PU Riederer, St. Margrethenberg, welcher seit Dezember 2007 einen vollen Umlauf der Linie 451 fuhr, stand ab Dezember 2012 ein zweites Fahrzeug im Einsatz; die beiden Wagen trugen von da bis 2019 die Hauptlast auf der Linie 451 Bad Ragaz – Vättis.
Rechtzeitig zur Betriebsaufnahme wurde Ende 2007 ein MAN-A76-Midibus abgeliefert, welcher hauptsächlich für den so genannten «Schluchtenbus» geplant war. Bis 2009 folgten drei weitere Fahrzeuge, die letzten beiden auf dem Nachfolge-Chassistyp A66 (ohne äusserlich erkennbare Unterschiede) aufgebaut, welche hauptsächlich in der Bündner Herrschaft eingesetzt werden. Die Fahrzeuge übernahmen auch weitere Dienste, so fahren sie in der Zwischensaison gelegentlich auf dem Ortsbus Bad Ragaz, bis Sommer 2017 waren sie auch auf Schülerkursen im Taminatal anzutreffen. Das letzte Fahrzeuge dienten 2023 noch als Backup für die neuartigen E-Busse, konnte aber gegen Ende Jahr dann verkauft werden.
Der vorherige Schluchtenbus, ein 2003 gelieferter NM223/A76, wurde Ende 2007 von Bus Ostschweiz weiterverkauft an den Ausschreibungspartner ÖBB Postbus, der zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr sichtbarer Teil der Betriebsgesellschaft Bus Sarganserland-Werdenberg war. Das Fahrzeug ist von Motorenleistung und Abmessungen her mit seinem Nachfolger vergleichbar, aber noch nicht im späteren «Lion’s-City»-Design ausgeführt.
Nur eine kurze Einsatzdauer gab es dagegen für den vom selben PU stammenden NAW/Hess BH4-515-24 aus 1993; er wurde zur Überbrückung bis zur Ablieferung des Setra 412UL im Sommer 2014 bei PU Gessinger eingesetzt und war dort jeweils in Vättis stationiert. Da neue Rollbänder im Jahr 2007 bereits ziemlich kostspielig waren, erhielt der Bus keine passenden Frontanzeigen.
Er ersetzte dort diesen 2003 gelieferten Neoplan-Euroliner N313Ü. Die mit 10.8 Metern Länge kürzeren Geschwister des Neoplan 316Ü wurden schweizweit in nur rund 10 Exemplaren an PostAuto-Unternehmer und die Regie abgeliefert. Der Bus wurde 2007 nach Österreich exportiert.
Uninteressant waren dagegen offenbar die drei Neoplan-312K-Transliner, 1999 und 2004 abgeliefert. Mit 9.7 Metern Länge und 2.3 Metern Breite waren die Fahrzeuge für die alte, schmale und steile Valenserstrasse bestens geeignet, kamen jedoch daneben auch auf allen übrigen Linien des Betriebes (inklusive des Schluchtenbusses und der Herrschäfter-Linie nach Landquart) zum Einsatz. 2014 bzw. 2016 wurden die drei Fahrzeuge durch Hess-Bergbusse ersetzt, welche mit nur leicht grösseren Abmessungen einen würdigen Ersatz für die handlichen Midibusse boten.
Auch der einzige 12-Meter-Bus des Betriebes, ein Neoplan 316Ü, fiel der Umstrukturierung 2007 zum Opfer. Das 1997 gelieferte Fahrzeug wurde nur indirekt ersetzt, indem für die im Sarganserland verbliebenen PU Gessinger, Riederer und Heim ein einziger 12-Meter-Hochflurwagen vom Typ MAN Lion’s Regio beschafft wurde. Das PU Heim gehörende Fahrzeug ist im Taminatal allerdings eigentlich nie anzutreffen, der Betrieb funktioniert mit den vorhandenen Fahrzeugen problemlos.
Als Vorgänger der Neoplan 312K in der Bergbus-Erbfolge gilt der MAN/Lauber 13.230HOCL, der 1994-1996 beschafft wurde. PU Gessinger erhielt 1995/96 drei Fahrzeuge, die hauptsächlich in der Bündner Herrschaft eingesetzt wurden. Zwei Fahrzeuge wurden 2007/2008 ersetzt, ein drittes erhielt 2007 noch ein GR-Nummernschild und blieb bis 1999 im Raum Landquart im Einsatz.